Start VereinsBlog 400 Kilometer "Longtour" Tharandt-Berlin-Tharandt

400 Kilometer "Longtour" Tharandt-Berlin-Tharandt

Tharandt-BERLIN-Tharandt UND REtour 2012

 

Die Carbon-Laufräder erzeugen eine wohlige Geräuschkulisse. Ein zirpen, säuseln, wummern und bollern kommt von tief unten oder eben von vorn, wenn Martin mit seiner Maschine vor mir im Wind fährt, die mit den gleichen Laufrädern bestückt ist wie mein Renner. Diese Geräusche treiben mich förmlich an, immer noch fest und kraftvoll mit rundem Tritt in die Pedale zu treten.

berlinTour12 1322Es ist kurz vor 20 Uhr. Der Tacho zeigt 35 km/h. Wir fahren die letzten Meter auf einer, von den meisten im Team noch vor wenigen Wochen für fast nicht vorstellbaren Radtour. Alle fühlen sich gut und hätten die Kraft, weitere vielleicht 200 Kilometer mehr zu fahren. Doch nun rollen wir mit Siegerpose total happy in Tharandt nach 16 Stunden wieder ein und freuen uns auf das Bier, welches bei unserer Cheftrainerin Birgit auf uns wartet.

Die kürzeste Nacht des Jahres sollte es möglichst sein, an der die „Longtour“ des Radteams  2012 nach Berlin führen sollte. 400 Kilometer und 1200

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Höhenmeter waren zu bezwingen.

 

Am Ende waren es tatsächlich so viele Kilometer wie voraus berechnet, allerdings 400 Höhenmeter mehr. Ein 30,5er Schnitt konnte sich sehen lassen.

So eine Distanz hatte niemand im Radteam vorher ausprobiert und so gab es einige Skepsis bei dem Einen oder Anderen, ob denn diese Strecke zu schaffen sei.

Für diese Fahrt waren im Vorfeld viele logistische Aufgaben zu erledigen, die einiges an Aufwand bedeuteten. Bis dato hatten wir so etwas noch nie gemacht. So musste die Verpflegung, der (Not-)Transport und die Routenführung organisiert, sowie alle Eventualitäten berechnet und vorbereitet werden. Die letztendlichen Teilnehmer konnten auch leider erst wenige Tage vor dem Start der Tour kalkuliert werden. Am Ende stand fest, dass 6 Fahrer dabei sein würden. Allerdings nur zwei, die die gesamte Strecke fahren wollten oder konnten.

Annett übernahm die Verpflegung der Mannschaft, berlinTour12 1722d.h sie kaufte ein, bereitete das Essen vor, baute vier Mal das Buffet auf und fuhr den Teambus. Zusätzlich linderte sie die zwangsläufig auftretenden Wehwechen oder machte müde Beine oder Rennradfahrerkörper mit diversen homöopathischen oder farblichttechnischen Methoden wieder fit. Bei Martin schlugen diese Behandlungen am eindeutigsten an.berlinTour12 2622 Am Ende der Tour hatten wir direkt Angst vor ihm – so viel Kraft hatte er trotz der vielen Höhenmeter und Gegenwindkilometer an der Spitze der Gruppe noch aufzubieten, dass wir anderen kaum im Windschatten bleiben konnten.

 

 

 

 

 

 

 

Pünktlich vier Uhr früh starteten wir an der Postsäule zu Tharandt das Abendteuer. berlinTour12 722Wolfgang, Christoph, Frank und Martin saßen auf ihren Maschinen, während Jean und Sven vorerst bei Annett im Bus Platz nahmen, um bis zur ersten Verpflegungsstelle bei Finsterwalde auszuruhen.

Dort angekommen, wurde das sehr reichliche Buffet aufgebaut und schon 6.15h kamen die vier Musketiere an. Nach einer halbstündigen Pause reihten sich auch Jean und Sven ins Peloton ein und die Gruppe lief sehr harmonisch und kraftsparend weiter.berlinTour12 2322

Nach wenigen Kilometern verabschiedeten sich Christoph und Wolfgang aus Zeit- und Vorverletzungsgründen. Nunmehr vier Berlinfahrer gab es jetzt, die den frühen Morgen ohne nennenswerten Wind, dafür aber mit blauem Himmel, seidig frischer Luft, saftig grünen Wiesen, Wäldern und Feldern in schönsten Grüntönen, aufgelockert mit den bunten Sommerblumen, die hier und da in den Feldern standen, genießen konnten.

Glatter Asphalt und angenehme Streckenführung ließ die Geschwindigkeit auf 35 km/h im Schnitt steigen. Fahren wie im Rausch. Nach zwei Stunden waren wir schon am zweiten VP in Baruth. Wieder essen und die Flaschen füllen.berlinTour12 3622

 

 

 

 

 

 

Kurz vor Berlin stellte Annett dann das Auto ab und setzte sich selbst aufs Rad, um die finalen Kilometer bis zum Ortseingangsschild Berlins mit zu radeln. berlinTour12 2722berlinTour12 3022   Das funktionierte sensationell gut. Durch die Vororte ging es im Zickzackkurs, bei nun aufgekommenen Gegenwind, zügig vorwärts. Nach einer dreiviertel Stunde hatten wir das Schild gefunden. Schnell ein Bild gemacht und zurück zum Wagen. Das ging nun wesentlich schneller, weil wir uns nun an der Autobahn orientieren konnten. Und schon waren wir abermals nach Baruth unterwegs. Die Geschwindigkeit war immer noch sehr hoch. Eine „35“ auf dem Display des Tachos war die Regel. Angenehm, dass man wusste, wie die Strecke nun verlief.

Der 3.Stopp an gleicher Stelle wie auf der Hinfahrt. Schnell noch einem fremden Rennradler mit einem Schaltzug ausgeholfen.  Nun merkten wir beim wieder Anrollen die bis dahin gefahrenen Kilometer. Bis zur 4.VP in Finsterwalde waren es (zu) reichliche 85 Kilometer. Doch etwas zu weit, wie sich später herausstellte. Aber trotz der nun einsetzenden Müdigkeit fuhren wir immer noch weit schneller als gedacht und waren gegen 18 Uhr in Finsterwalde an Annetts Bus. Sie selbst meinte, dass sie nie große Leerlaufzeiten hatte. Abbauen, weiter fahren, aufbauen-und schon kurze Zeit später kamen wir auch schon wieder angerollt.

Sven stieg nun wieder in den Bus. Er hatte über Stunden eine hervorragende Leistung gezeigt und meinte nun, dass es genug sei. So fuhren nun noch Jean, Frank und Martin die restlichen Kilometer über Großenhain, Meißen, Wilsdruff zurück nach Tharandt.berlinTour12 4222

Der „Plossen“ in Meißen stellte sich noch einmal 25 Kilometer vor dem Ziel breitschultrig mit bis zu 14 % Steigung in den Weg. Beeindrucken konnte das aber niemanden. Mit rundem Tritt und direkt leichtfüßig, kurbelten wir den Berg hoch.

Die finalen Kilometer zeigte sich der Tag abermals von seiner schönsten Seite. Traumhaftes Sommerwetter hatte sicherlich auch seinen Anteil daran, dass wir so gut zu Recht kamen.

 

 

Am Ende schmeckte das Bier des Tages hervorragend und alle waren happy.

 

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Für alle Teilnehmer und das nette Empfangskomitee hatte Annett noch eine kleine handgemachte Überraschung parat: Eine Finishermedaille in Form eines mit von Hand gefrästen Sonnenbrillenglasrohlings, inklusive Widmung zur Tour und Schleifenband.berlinTour12 4422berlinTour12 45222

Fazit: Die Mannschaftsleistung und der Zusammenhalt aller Fahrer und unserer guten Geister im Hintergrund,  machen uns alle stolz!

 

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Auch im nächsten Jahr wird es sicher wieder eine „Longtour“ geben! Ob wieder nach Berlin oder zu einem anderen Ziel, steht allerdings noch nicht fest. Mit bestimmt mehr Teilnehmern und schönem Wetter!

jpf

 

DAnke an Marit Schneeweiss für den Proviant und die schnelle Folienaktion! Marlen danke für die Kohlenhydrate auf der Strecke!!

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