Start VereinsBlog Abenteuer Triathlon - Radteam beim Schloßteichtriathlon Moritzburg Teil1

Abenteuer Triathlon - Radteam beim Schloßteichtriathlon Moritzburg Teil1


Was macht der Radfahrer im Wasser?

 

a) er hat die Kurve nicht bekommen

b) er versucht zu überleben

 

Bei mir trifft es Antwort b.

 

Letztes Jahr noch Radfahrer bei der Staffel und mit unserem Ergebnis sehr unzufrieden wollte ich dieses Jahr ausprobieren, wie es aussieht wenn ich nur auf mich gestellt bin.


Die Distanz meiner Wahl war die Olympische, d.h. 1500 m schwimmen, 40000 m radeln, 10000 m rennen.

 

Den größten Respekt hatte ich vor dem Schwimmen. 1500 m können ziemlich endlos sein und nach dem Studium der Ergebnisse wußte ich, daß ich max. 35 minuten brauchen sollte um nicht von den Karpfen gebissen zu werden. Eine Wahnsinnsvorstellung - konnte ich gerade 50 m am Stück kraulen.

Seit November 2 mal wöchentlich Schwimmtraining, auch mit Trainerstunden, zeigte nach und nach Verbesserungen.

Damit zu meinem 2. Schwachpunkt - dem laufen. Im November ganz gut drauf und dann eine Muskelzerrung geholt. Diese verschwand bis zum Start nicht komplett - Lauftraining fiel also komplett flach - eine hervorragende Ausgangslage für den Wechel Rad-Lauf und die letzte Disziplin.

Die Nacht vor dem 10.06. konnte ich vor Nervosität kaum schlafen. Ich wollte unbedingt unter 3 Stunden bleiben und 2:45 wären ein Traum.

 

8:15 in der Wechselzone und viele Bekannte getroffen, die Konkurrenz wurde immer stärker.

9:30 war Schwimmstart, vorher kurz einschwimmen und die Wassertemperatur prüfen - ich hielt mich zurück da die Strecke schon endlos genug werden würde.

 

Der Kanonenschuß startete ein unbändiges Gewühl, Arme, Beine, Körper in allen Richtungen. Es war ein Hauen und Stechen, keiner steckte zurück - so ungefähr muß es beim Schiffsuntergang zugehen. NAch 200 m war ich platt und bekam leichte Beklemmungen - von einem Schwimmrythmus wie die Male vorher im Freiwasser war ich weit entfernt. Motto war nur noch überleben!

Das Feld zog sich auseinander, es wurde etwas Platz. Aber an der ersten Boje brodelte das Wasser wieder - alle versuchten die Kurve möglichst eng zu nehmen. Dann das Nadelöhr - die erste Brücke zwischen Schlossinsel und Park. Laut Ausschreibung sollte hier "Überholverbot" herrschen - 3 Leute nebeneinander passen durch. Kurz danach überholten mich die ersten "Rotkappen" - 5 min später in der 2. Welle gestartet. Ich wollte nur noch das Wasser verlassen. Die 2. Brücke passiert erreiche ich endlich den Schwimmausstieg - mit Krämpfen, völlig erledigt und nach gefühlten 50 Minuten. Die Zeitanzeige sagte 34 Minuten - nur 4 min langsamer als meine optimistische Prognose.  Die Stimmung wurde wieder besser. In der Wechselzone kam ich nicht klar, Nervosität und Unvermögen bescherten mir eine absolut furchtbare Wechselzeit - ich könnte heulen!

Also ab aufs Rad - jetzt war ich in meinem Element - einen nach dem anderen überholte ich wieder und schob mich Platz um Platz nach vorn.

Schwer war es mit "angezogener Handbremse" zu fahren - die Laufstrecke wartete ja noch auf mich.

Kurz vor der Zieleinfahrt kamen mir die schnellen Athleten schon auf der Laufstrecke entgegen - den späteren Sieger überholte ich kurz vor seinem Zieleinlauf, da hatte er schon 10 km Lauf absolviert - beeindruckend (er nicht ich).

Während des fahrens aus den Schuhen geschlüpft - das funktionierte dies mal sehr gut.

Laufschuhe an und los und... es ging einfach nichts mehr. Jetzt weiß ich, warum dieser Wechsel speziell trainiert werden sollte.

Ich schleppte mich über die Laufstrecke - die ersten 5 km dauerten 32 min. In der 2. Runde sprang die Dampfmaschine wieder besser an - nur noch 24 min.

Schliesslich durfte ich ins Ziel abbiegen und beendete das Abenteuer was so miserabel begann in einer akzeptablen Zeit von 2:50:17 auf dem 216. Platz.

 

Soweit ganz zufrieden habe ich unsere Radteamfarben präsentiert. Die Aufgaben für kommendes Jahr - Mehr Schwimmen und laufen und vielleicht noch 15 Minuten rausholen.

 

 Jean hat bei seiner Radstaffel eine Fabelzeit in den Asphalt gebrannt, Chapeau!!

 

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